Die Kleidung der Ubier

Aus Grabfunden ist bekannt welche Arten von Fibeln, Gürtelhaken oder sonstigen Schmuckstücken die Ubier trugen, jedoch kaum etwas darüber wie ihre Alltagskleidung genau aussah.

Folgender Grabstein zeigt einen ubischen Reiter:
Grabstein eines ubischen Reiters

Der Mann trug offenbar etwa knielange weite Hosen, ein hemdartiges Oberkleid, Bundschuhe und einen typisch keltischen Torques, allerdings stand der Mann in römischen Diensten und lebte noch dazu in Gallien, in wie weit sein Grabstein also die Tracht der Ubier wiederspiegeln kann scheint zweifelhaft.

Dieser Götterstein zeigt zwei keltische Gottheiten in ubischer Kleidung:
Smertrios und Ancamna - keltische Götter in ubischer Tracht

Ancamna trägt Chiton und Himation oder Pallium, Smertrios eine Art langärmelige knielange Tunika sowie einen wadenlangen Mantel oder Umhang.Ancamnas Haartracht ist allerdings bereits römisch, beide sind also als gallo-romanisiertes Paar dargestellt.

Diese Tonfigurengruppe zeigt eine Ubierfamilie aus Köln:
Tonfigurengruppe einer ubischen Familie

Interessant sind die langen Kapuzenmäntelchen der Kinder und der knielange Mantel des Vaters, welcher eindeutig gewebte Kleidungsborten zeigt und Ähnlichkeiten mit manchen Rekonstruktionen der Kleidung des Fürsten von Hochdorf aufweist sowie die runden Schuhe.Die Haartracht ist auch hier bereits eindeutig römisch.

Folgende Bilder zeigen Bewohner der Civitas Ubiorum bei der Verehrung ihrer Götter:
Ubier bei einer Opferzeremonie
Ubier bei einer Opferzeremonie
Ubier bei einer Opferzeremonie

Die dargestellten Priester tragen bereits die typische Tracht römischer Aedites, die Adoranten jedoch sind Einheimische.Dargestellt sind kaiserzeitliche Trachten, weitärmelige Tuniken und lange Mantum-artige Gewänder welche in zwei Fällen evtl. längsgestreift sind. In der einen Darstellungen tragen die Adoranten ihr Haar nach römischer Sitte kurz, in einer anderen tragen sie ihr Haar mittellang und stark gelockt.Sehr schön zu erkennen sind die großen Hauben der ubischen Frauentracht die die Matronen und in einem Fall auch eine der anwesenden Adorantinnen tragen.

Hinweise auf das Aussehen der frühen Ubier liefern nur Münzdarstellungen:
Das
ubische Münze
ubische Münze
ubische Münze

Der tanzende Mann trägt sein Haar noch nicht romanisiert sondern nach keltischer Sitte mit Kalk zur „Stachelfrisur“ hochgestylt.Mit viel Fantasie lassen sich kurze der Feminalia ähnliche Kniehosen, ein breiter Gürtel und eine scheinbar ärmellose Tunika erahnen.Gut erkennbar ist hingegen der keltische Torques.

Wie einige der späteren romanisierten Ubier scheinen einige Tanzmänner den spitzen keltischen Schnabelschuh zu tragen, im Gegensatz zu den runden Bundschuhen des obigen ubischen Reiters und der kölner Familie.

Lassen sich so immerhin grob Schnittmuster und Tragweisen von Kleidung erahnen so sagen die figürlichen Darstellungen doch leider noch kaum etwas zu Stoffen und Farben aus.Römische Kleidung jener Zeit war aus Wolle und zumeist Leinwandbindung, das passt zum archäologischen Befund für die spätkeltische Zeit in auch zumeist Wolle und Leinwandbindung angenommen wird.

Die vielfarbigen Swastika- und Karomuster aus Hallstatt und Hochdorf scheinen in der Spätlaténe nicht mehr nachweisbar zu sein, stattdessen geht man geht zumeist von eher zweifarbiger als bunter Kleidung aus, eher von Streifen und Glencheck denn Tartans, auch Fischgrät war verbreitet. Keramik und Metallfunde zeigen eine Vorliebe der Ubier für Schwarz-Gelb und Schwarz-Rot aber ob dies auch für die Bekleidung galt lässt sich daraus nicht schliessen.

Folgendes Mosaik zeigt Bürger der Civitas Ubiorum bei einer Gladiatorenvorführung:
Ubier bei einer Gladiatorenvorstellung

Die dargestellten Männer des 2.-3. Jahrhunderts tragen recht schlichtes rot, blau, grün und grau. Die Form ihrer Mäntel ist den zeitgleichen germanischen „Prachtmänteln“ z.B. dem Thorsberger nicht unähnlich.Allgemein ist ihr Aussehen nicht unüblich für die römische Kaiserzeit, sie tragen den typisch römischen „Cäsarenhaarschnitt“ und Beinlinge oder eine Art „Strumpfhose“ die bereits die Tracht der frühfränkischen Zeit vorweg nimmt.